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Die Sache mit dem Luftaufschlag – Engineering beim Softeis 2023

Wussten Sie, dass in jeder Softeismaschine während des Gefrierprozesses Luft in den Eismix eingearbeitet wird und für eine Volumenzunahme sorgt? Wir erklären, was dahintersteckt und wie es funktioniert.

Die prozentuale Beaufschlagung eines Softeises mit Luft wird als Aufschlag oder Overrun angegeben. Diese eingeschlagene Luft ist ein wichtiger und natürlicher Bestandteil des Eises. Eine frisch gezapfte 150 ml große Eisportion mit einem Aufschlag von ca. 80 % besteht beispielsweise aus 83 ml Eismix und 67 ml Luft (83 ml x 1,8 = 150 ml). Herkömmliches Speiseeis besitzt bei einer Verzehrtemperatur von ca. -18°C lediglich einen Aufschlag von 30– 45 %.

Die Struktur des Softeises ist durch den höheren Aufschlag cremiger und enthält dabei noch weniger Kalorien. Im Zusammenspiel mit der höheren Abgabetemperatur von ca. -6°C fühlt es sich im Mund weniger kalt an und die Aromen des Eises werden besser wahrgenommen. Die winzigen eingeschlossenen Luftblasen bewirken nebenbei noch eine gewünschte Aufhellung bei Vanilleeis, das durch eine strahlend weiße Farbe besticht. Und nicht zu vergessen: Der Wareneinsatz verringert sich mit jedem Prozentpunkt höheren Aufschlags. Die Rendite wird besser!

Die Höhe eines möglichen Aufschlags hat jedoch ihre Grenzen. Bei mehr als 90 – 100 % Aufschlag ist keine weitere Verbesserung in Geschmack und Sensorik zu erreichen. Im Gegenteil: Das System kippt – die Struktur des Eises wird rasierschaumartig und der Geschmack lässt nach.

Wie kommt die Luft in das Eis?

Im Wesentlichen existieren drei verschiedene Systeme zur Lufteinbringung bei Softeisautomaten. Allen Systemen ist gemein, dass sich oberhalb des Gefrierzylinders ein Vorratsbehälter befindet. Ein im Zylinder vorhandenes Rührwerk schabt das an der Wandung gefrierende Eis ab. Gleichzeitig wird der Eismix mit Luft aufgeschäumt. Da im Gefrierzylinder ein Überdruck besteht, expandieren bei der Eisabgabe die eingeschlossenen Gasbläschen. Der Vorratsbehälter ist mit dem Gefrierzylinder über ein Rohr verbunden und bevorratet gekühlten Eismix.

1. Gravitationssystem

Hier gelangt über ein Rohr sowohl der Eismix als auch die Luft selbstständig aus dem Vorratsbehälter in den Gefrierzylinder. Oberhalb des Mixspiegels wird die Umgebungsluft über eine einstellbare Düse dem Mix passiv beigemischt. Dieses System ist kostengünstig. Es erreicht aber nur einen geringen Aufschlag von max. 20 – 30 %.

2. Pumpensystem

Bei diesem System befindet sich im Vorratsbehälter, oberhalb des Mixspiegels, eine Zahnradpumpe. Diese fördert aktiv ein Mix-Luftgemisch über ein Verbindungsrohr dem Gefrierzylinder zu. Die benötigte Luft wird ebenfalls oberhalb des Mixspiegels entnommen. Bei stehender Pumpe wird der Rückfluss des Mixes in den Vorratsbehälter durch ein Rückschlagventil verhindert. Die Menge der zugeführten Luft ist über verschiedene Düsengrößen einstellbar. Luftaufschläge um die 80 % sind realisierbar. Diese beginnen jedoch nach rund zwei bis vier Jahren nachzulassen, was einen schlechter werdenden Materialeinsatz zur Folge hat. Ersatzteile für das Pumpensystem sind vergleichsweise kostspielig.

3. Überdrucksystem (Luna-System)

Beim Überdrucksystem, das in LUMEN-Eismaschinen zum Einsatz kommt, sind Vorratsbehälter und Gefrierzylinder über einen Einlaufbogen miteinander verbunden und bilden ein geschlossenes System. Darin herrscht ein gemeinsamer, einstellbarer Überdruck. Gefilterte Umgebungsluft wird mittels eines Luftkompressors über ein Rückschlagventil dem Gefrierzylinder zugeführt. Nicht zum Aufschlag benötigte überschüssige Druckluft gelangt automatisch in den Vorratsbehälter. Luftaufschläge um die 80 % sind realisierbar.

Vorteile des geschlossenen Luna-Systems:

Durch die Vielzahl der Anbieter am Markt empfehlen wir – nicht zuletzt aufgrund unserer 60 Jahre Softeiserfahrung – den technischen Ansatz einer Softeismaschine vor einer Entscheidung nachzuvollziehen.

Verschleiß an Maschinen ist überall gegeben. Allerdings kostet dessen Abwendung mit Reparatur und Service sowie benötigten Ersatzteilen unterschiedlich viel Zeit und Geld. Die berühmten „life-cycle-costs“, also die Kosten der Softeismaschine beginnend mit der Beschaffung, das heißt dem Kaufpreis, dem Service und etwaigen nötigen Reparaturen verbunden mit Ersatzteilkosten, spielen bei einer betriebswirtschaftlich ganzheitlichen Betrachtung eine nicht zu unterschätzende Rolle.

Eine Jahrzehnte lange hohe Lebensdauer der Maschinen, wenige nötige Services zur Gewährleistung der Funktion und Pflege bei gleichzeitig hoher Beanspruchung bieten Ihnen ein hohes Maß an Investitions- und Planungssicherheit. Der Wareneinsatz ist somit über Jahre hinweg eine feste Konstante!

Nicht nur deswegen sind weltweit zahlreiche Betriebe aus dem Marktsegment der deutschen und internationalen Freizeitparks seit vielen Jahren Kunden der LUMEN-Gruppe.

Sie haben Fragen zum Luna-System? Melden Sie sich gerne bei uns!